Sony geht weiter konsequent gegen PS Store Shovelware vor und hat am Sonntag erneut hunderte minderwertige PS5 und PS4 Spiele aus dem PlayStation Store entfernt. Zuerst berichtet wurde die Aktion im Forum von PSNProfiles, kurz darauf bestätigten Push Square und GamingBible die Liste. Es ist bereits die zweite große Welle in diesem Jahr, nachdem Sony im Januar 2026 schon über tausend Billigtitel aus dem Store genommen hatte.
PS Store Shovelware: Diese Publisher wurden komplett entfernt
Betroffen sind drei Publisher, deren komplette Kataloge vom PS Store verschwunden sind: Welding Byte, GoGame Console Publisher und VRCForge. Zu den entfernten Titeln gehören unter anderem Jesus Simulator, Watermelon Fruits Puzzle, Card Shop Game Store: TCG Simulator, I Am Busy Digging a Hole und Six Seven Nights. Wer diese Spiele gekauft hat, behält sie in seiner Bibliothek. Neukäufe sind aber nicht mehr möglich, und die Produktseiten sind komplett aus dem Store verschwunden.
Warum Sony im PS Store Shovelware konsequent aussortiert
Der Grund für die Entfernung ist die durchgehend niedrige Qualität dieser Spiele. Viele der Titel bestehen aus KI-generierten Assets und bieten nur rudimentäre Spielmechaniken. Dazu kommt, dass zahlreiche dieser Veröffentlichungen als Knock-offs angelegt sind. Ein Beispiel ist Welding Bytes «I Am Busy Digging a Hole», das gezielt so benannt und gestaltet wurde, dass Spieler es mit dem erfolgreichen Indie-Hit «A Game About Digging a Hole» verwechseln. Push Square vergleicht die Masche mit den Mockbuster-Filmen des Studios The Asylum: bekannte Namen nachahmen, Budget gering halten, schnell veröffentlichen und auf zufällige Käufe hoffen.
Ein weiterer Faktor ist die Trophäenjagd. Viele dieser Shovelware-Spiele haben extrem einfache Trophy-Listen, die sich in wenigen Minuten erledigen lassen. Completionists nutzen solche Titel, um ihre Platin-Zähler künstlich aufzublähen. Mit der aktuellen Welle dürften die oberen Plätze bei PSNProfiles durcheinandergewirbelt werden, weil viele dieser leichten Platins nun nicht mehr nachträglich gekauft werden können.
Ein Endloskampf: Für jedes entfernte Spiel taucht ein neues auf
So erfreulich die Aufräumaktion wirkt, so offensichtlich ist auch das grundlegende Problem. Sony entfernt Jesus Simulator, aber bereits in der vergangenen Woche erschien Jesus: The Journey im PS Store. Solange sich mit schnell zusammengeklöppelter Ware weiterhin ein Publikum findet, werden neue Publisher mit neuen Knock-offs nachrücken. Die Maßnahmen wirken eher wie eine Eindämmung als wie eine Lösung.
Für die Community ist die Aktion trotzdem ein gutes Zeichen. Wer den PS Store nach neuen Spielen durchsucht, hat es in den vergangenen Monaten zunehmend schwerer gehabt, zwischen echten Indie-Perlen und billigen Imitaten zu unterscheiden. Die aktuelle Löschwelle reduziert zumindest kurzfristig das Grundrauschen. In den Kommentaren unter den Berichten begrüßen viele Spieler den Schritt. Ein Kommentar auf Reddit bringt es auf den Punkt: Es ist schwer, neue versteckte Perlen zu finden, wenn der Store zu 90 Prozent aus Low-Effort-Inhalten besteht.
Wie bereits im Bericht zu Sonys Dynamic-Pricing-Test im Spring Sale zu sehen war, experimentiert der Konzern aktuell an mehreren Ecken mit der Store-Politik. Die Kombination aus Preistests und Qualitätskontrolle deutet darauf hin, dass der PS Store insgesamt strukturierter werden soll. Ob die Shovelware-Welle damit dauerhaft eingedämmt werden kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

