In den USA zeichnet sich ein millionenschwerer PSN-Vergleich ab: Nach Angaben der Klägeranwälte (Saveri Law Firm) hat ein Bundesgericht in Kalifornien einen Settlement-Vergleich über 7,85 Millionen US-Dollar in der laufenden PSN Sammelklage vorläufig genehmigt. Sony selbst hat sich bislang nicht öffentlich zum Vergleich geäußert — wie bei US-Class-Action-Settlements üblich. Profitieren würden ausschließlich Spieler mit US-amerikanischen PlayStation-Konten.
Worum geht es bei der PSN Sammelklage?
Die Klage läuft seit Mai 2021 unter dem Namen Caccuri vs. Sony Interactive Entertainment LLC beim Northern District Court of California. Hauptkläger Agustin Caccuri wirft Sony vor, ab April 2019 systematisch verhindert zu haben, dass Drittanbieter wie Amazon, Best Buy, GameStop, Target oder Walmart digitale Spiele-Codes verkaufen dürfen. Stattdessen seien Spieler in den eigenen PlayStation Store gezwungen worden, wo die Preise höher liegen. Folglich bemängelt die Klage eine Monopolstellung im US-amerikanischen Digitalvertrieb. Genau dieser Vorwurf der Monopolstellung ist in play3.de bereits im Sommer 2025 ausführlich beschrieben worden.
Im Juli 2025 hatte das Gericht einen ersten Vergleichsvorschlag jedoch noch abgelehnt, weil Sony keine Schätzung der zu erwartenden Auszahlung pro Klassenmitglied vorlegte. Daraufhin musste die Anwaltskanzlei Saveri Law Firm nachbessern. Insgesamt liegt das Ergebnis jetzt vor: Am 8. April 2026 hat dasselbe Gericht den überarbeiteten Vergleich vorläufig genehmigt. Zudem hat die Kanzlei am 29. April offiziell über PR Newswire die Details bekannt gegeben.
Wer bekommt Geld und wie viel?
Anspruchsberechtigt sind laut Gerichtsdokumenten alle Personen mit Wohnsitz in den USA, die zwischen dem 1. April 2019 und dem 31. Dezember 2023 ein digitales Spiel über den PlayStation Store gekauft haben, das vorher als Code-Variante bei einem stationären Händler erhältlich war. Die Klägerseite spricht von rund 4,4 Millionen anspruchsberechtigten US-Spielern, wie Kotaku unter Verweis auf die Klageunterlagen berichtet.
Die Auszahlung läuft automatisch und in Form von PSN-Guthaben, das direkt auf das jeweilige PlayStation-Konto gebucht wird. Folglich bekommen aktive Spieler die Gutschrift per E-Mail an die mit dem PSN-Konto verknüpfte Adresse angekündigt. Wer sein Konto inzwischen gelöscht hat, kann dagegen einen Scheck anfordern. Darüber hinaus prüfen Spieler über die court-autorisierte Settlement-Website ihre Anspruchsberechtigung; dort steht auch die vollständige Spielliste zum Download bereit.
Was bedeutet die PSN Sammelklage für DACH-Spieler?
Hierzulande ändert sich zunächst nichts. Der Vergleich gilt ausdrücklich nur für in den USA registrierte PSN-Konten, deshalb haben deutsche, österreichische oder schweizerische Spieler keinen Anspruch. Allerdings ist die US-Klage Teil eines größeren Bildes: In Großbritannien läuft eine separate PlayStation Sammelklage mit einem Streitwert von rund 7,9 Milliarden Dollar, in den Niederlanden geht es ebenfalls um digitale Preisgestaltung. Sollte einer dieser europäischen Fälle zugunsten der Verbraucher entschieden werden, könnten dementsprechend auch DACH-Spieler indirekt davon profitieren.
Endgültig festgezurrt ist der US-Vergleich übrigens noch nicht. Laut classactionu.org ist für den 15. Oktober 2026 eine sogenannte Fairness Hearing angesetzt. Erst nach dieser Anhörung wird der Vergleich entweder final bestätigt oder erneut nachverhandelt. Bis dahin bleibt die PSN Sammelklage insgesamt ein laufendes Verfahren, das die Diskussion um Preisgestaltung im PlayStation Store auch international weiter befeuern dürfte.

